Mit eSport verbinden die meisten Menschen, „stundenlanges Gehocke vor dem PC“, „Töten“ oder sogar „Amokläufe“. Doch wer eine gewisse Ahnung von der Materie hat, weiss , der eSport ist wesentlich schwieriger zu definieren und gerade deshalb wird er auch oft falsch verstanden und erklärt. Denn analysiert man das Verhalten dessen Teilnehmer oder die Entwicklung, die mittlerweile beachtlich ist, so kommt man zu dem Ergebnis, dass man eine Ebene erreicht hat, die wesentlich tiefgründiger ist, als manche annehmen.
Doch bevor wir uns weiter mit diesem Bereich befassen, müssen wir zunächst einmal klären was eSport eigentlich ist. Generell versteht man unter eSport (englisch kurz für electronic sport) das wettbewerbsmäßige Spielen von Computer- und Videospielen. Auch wenn einige nun überrascht sein sollten, eSport besteht nicht nur aus Ballerspielen, in denen man sinnlos auf andere einschießt, sondern auch aus sehr vielen anderen Faktoren. Die Spiele selbst stehen natürlich im Vordergrund. Jedoch gibt es neben dem allseits bekannten, nicht immer positiv dargestelltem, Counter-Strike auch Spiele wie die Strategietitel „Starcraft: Broodwar“ und „Warcraft 3“ in denen die Kontrahenten eine Taktik ausarbeiten müssen um den Gegner zu bezwingen. Hierbei muss man überlegen mit welchen Einheiten oder Mitteln man dem Gegner gegenüber treten möchte und wie man die Ressourcen für sich am besten einsetzt.. Ebenso ein Toptitel ist das bekannteste aller Sportspiele „Fifa“. Die Fifa-Reihe protzt mit tollen Animationen und realistischem Spielablauf und ist somit ebenso beliebt wie viele andere Gametitel. Innerhalb dieser Spiele findet man sich also zusammen und gründet sog. Clans, die zum Beispiel mit einem Fussballverein vergleichbar sind. Man nimmt an Ligen teil und spielt mit viel Training und Disziplin in den Topligen mit und somit auch um das Preisgeld, welches nicht zu knapp verteilt wird. Man fährt auf LAN-Partys, wo man sich mit Gleichgesinnten trifft und ebenfalls um Preisgelder in Turnieren gegeneinander antritt. Wie man also sieht, steht der Wettkampf und der Spass im Vordergrund.
Die kompletten Ausmaße in Worte zusammenzufassen ist eindeutig nicht möglich, dafür ist eSport noch ein zu unbeschriebenes Blatt.
Nun aber noch einmal zurück zur Entwicklung des eSports. Sie ist unabstreitbar immens. Internationale Events auf der ganzen Welt, Preisgelder bis zu 130 000 € und Spielergehälter, welche zur Lebensexistenzsicherung ausreichen, sind weit verbreitet und hoch angesehen innerhalb der Community (Gemeinschaft). Da fragt man sich doch: „Worin besteht der Unterschied zu Fussball, Basketball oder Schwimmen?“ Man gründet Vereine, betreibt regelmäßiges Training, bespricht Taktiken, kommuniziert mit seinen Vereinsmitgliedern oder geht mit ihnen auf die Piste. Sehr prägende Parallelen wie man finden könnte. Der Unterschied: Im eSport ist es nicht zu vermeiden, dass man sich durchaus einige Zeit vor dem PC, Fernseher und vielen anderen elektronischen Medien verbringen muss. Und genau dies wird von der Mehrheit der Bürger verurteilt. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass das Cliché eines, alleine spielenden, völlig kommunikationslosem, eventuell sogar übergewichtigem „Zocker“ in der heutigen Freizeitgesellschaft definitiv nur noch vereinzelt zum Tragen kommt, kann man von einer Sportart reden, die es wert ist mit anderen auf einer Stufe zu stehen. Auch die Aussage, die Spieler würden sich nicht körperlich betätigen ist veraltet. Die meisten betreiben einen Ausgleichssport wie zum Beispiel Fussball oder Volleyball und auch die Hypothese, ein „Zocker“ richtet sich nach seinem PC ist überholt. Zwar ist es Fakt, dass, die Spieler im professionellen eSport zu einer bestimmten Zeit im Internet erreichbar sein müssen, aber auch dies kann toleriert werden. Denn richten wir unseren Tag nicht auch nach dem nächsten Fussballtraining oder Volleyballturnier?! Nun könnte man behaupten, im Gegensatz zum eSport, würde in Sportarten, wie zum Beispiel Handball, die Kommunikation und der Umgang mit den Mitmenschen gefördert. Doch auch hier weiss der informierte Bürger besser Bescheid, als manche Medienvertreter. Die Spieler benutzen moderne Kommunikationsmittel, wie zum Beispiel das beliebte „Teamspeak“, in denen man sich, als würde man telefonieren, oder gar auf dem Fussballplatz stehen, unterhalten kann und sich somit untereinander austauschen. Sei es die neuesten eSports Neuigkeiten, die neuesten Wahlergebnisse oder einfach nur Smalltalk. Und das alles ohne zusätzliche Kosten wie zum Beispiel beim Telefonieren. Ebenso trifft man sich auf Events, Vereinspartys oder einfach nur einem zu einem kühlen Bier.
All diese Fakten sprechen für sich. Keine größeren Unterschiede zwischen eSport und anderen Sportarten. Warum weigert man sich in Deutschland jedoch dies zu akzeptieren und offiziell zu machen? Ist es die Angst vor den Reaktionen der Medien, Eltern oder Politikern oder einfach nur pure Sturheit oder Kurzsichtigkeit? Geschehnisse wie in China zeigen doch, dass es sich positiv entwickeln kann. Große Geldsummen und ein doch recht großes öffentliches Interesse haben dort den eSport weitergebracht und auch die Wirtschaftsteilnehmer wie zum Beispiel die Spiele- oder Computerindustrie haben davon profitiert. Natürlich gibt es subjektive Meinungen, die keiner verdrehen kann. Wenn man sich jedoch auf solche beruft, sollte man auch Fussball oder Basketball den Status „anerkannte Sportart“ entreißen, denn wieviel Menschen sehen diese Sportarten doch eher als Störfaktor.
Um diesen Artikel jedoch nicht als Lobeshymne für den eSport zu verstehen, möchte ich auch auf die negativen Eigenschaften eingehen. Es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass es in einigen Fällen zu einem gefährlichen Hobby werden kann. Jüngste Ereignisse wie zum Beispiel in China, wo sich ein Mann in den Tod gespielt hat, oder ein fanatischer Spieler jemanden umgebracht hat weil derjenige wohl virtuell einen Gegenstand verkauft hat, sind die harte Realität. Ebenso gibt es immer wieder Fälle, bei denen sich sogenannte „Zocker“ wirklich krank spielen. In manchen Fällen physisch, in den anderen psychisch. Es ist natürlich nicht abzustreiten, dass eSport den Körper physisch nicht so sehr beansprucht. Ein Grund für eine Ablehnung dieses Sports ist es aber nicht. Denn ist Schach nicht ebenso ein Spiel, was den Körper kaum beansprucht?
Auch die Unterscheidung zwischen Spiel und Realität ist einigen Personen leider nicht mehr möglich. Solche sollten sich in ärztliche Behandlung begeben und auf Medien wie zum Beispiel PC, Konsolen oder sogar Medien im Allgemeinen nicht wieder zurückgreifen. Dies alles sind jedoch Einzelfälle, welche mit Sicherheit gegen den eSport verwendet werden können. Wer behauptet jedoch eSport sei perfekt? Niemand ! Sowohl im eSport als auch beim Fussball, Schwimmen oder Basketball gibt es immer wieder Vorfälle, die die Allgemeinheit erschrecken lässt. Sei es ein Todesfall, Doping oder Korruption. Niemand schafft es diese Dinge komplett aus der Welt zu entfernen. Aber mit der Zeit wird man sie zu verhindern wissen. Den eSport als offizielle Sportart anzusehen wird also kein Fehler sein.
Weiterhin könnte die Anerkennung als Sportart einen Lauf in Gang setzen, welcher sowohl für die Gesellschaft und Wirtschaft als auch für den eSport von Vorteil sein kann. Erhöhtes Allgemeininteresse, mehr Auseinandersetzung mit der Materie und auch positive Entwicklungen in sozialen, politischen oder wirtschaftlichen Bereichen könnten in naher Zukunft liegen. Seien es mögliche Arbeitsplätze, wirtschaftliches Potenzial oder die Förderung von Kommunikation. All dies beinhaltet der Begriff eSport und ist deshalb mit den allgemeinen Sportarten gleichzusetzen. Eine überwiegend negative Auswirkung wird eine solche Entscheidung definitiv nicht haben. China und Niederlande haben es vorgemacht. Jetzt ist Deutschland am Zug!
wie kommt man in die esport liga?
sehr guter Artikel, müssten jetzt nur noch die Verantwortlichen Personen lesen
Die Electronic Sports League (www.esl.eu/de) ist die größte e-Sport Liga in Europa!
Anmeldung ist kostenlos
Falls du ein eSport fähiges Spiel besitzt wie z.B. Counter-Strike kannst du dich einfach mit deinem Account in einer Liga eintragen und los spielen :
1on1 (Du gegen anderen Spieler)
2on2 (2 Spieler gegen 2 Spieler)
3on3 (3 Spieler gegen 3 Spieler)
5on5 (ein Team gegen anderes Team)
falls du in einem Team spielen willst solltest du im Forum einmal reinschauen oder lade dir einfach einen IRC-Clienten runter.
Dort findest du in den Channels: #Clansuche ; #Spielersuche ; #Membersuche genügend Personen die Mitspieler suchen.
mfg chaos